Wie bald noch mehr Fernwärme in Lemgo erneuerbar erzeugt wird

Stadtwerke Lemgo investieren in neue Anlagen, um Klimaschutzziele zu erreichen

Bis 2028 sollen 56 % der Lemgoer Fernwärme klimaneutral sein – so sieht es das städtische Klimaschutzkonzept vor. Und der Wärmetransformationsplan der Stadtwerke zeigt auf, wie dies gelingen kann: Die Stadtwerke werden in den nächsten Jahren in vier neue Anlagen investieren, die dazu beitragen, den Anteil erneuerbar erzeugter Wärme zu steigern. Ein wesentlicher Baustein ihres Plans ist ein 50 Meter hoher Wärmespeicher, der am Liemer Weg vis-à-vis vom Heizkraftwerk West errichtet wird.

Die ersten Maßnahmen ihres Wärmetransformationsplans haben die Stadtwerke Lemgo bereits umgesetzt: Mit der Klärwasserwärmepumpe, der Flusswasserwärmepumpe und der Solarthemieanlage wird die Lemgoer Fernwärme heute schon bis zu 20 % CO2-frei erzeugt. Jetzt soll es mithilfe von vier neuen Anlagen weitergehen: „Wir investieren in einen Großwärmespeicher, der mit einer neuen großen Luft-Wärmepumpe und einer sogenannten Power-to-Heat-Anlage kombiniert wird“, erklärt Matthias Sasse, Geschäftsführer der Stadtwerke Lemgo. „Und Windkraft soll zukünftig den Strom für den Betrieb der Anlagen liefern.“

Der große Wärmespeicher wird seinen Standort am Liemer Weg erhalten – direkt gegenüber vom Heizkraftwerk West der Stadtwerke. Und er wird nicht nur eine zentrale Rolle in der weiteren Wärmeversorgung der Stadt übernehmen, sondern auch die Großwärmepumpe und die Power-to-Heat-Anlage in sich aufnehmen.

„Eine Power-to-Heat-Anlage funktioniert wie ein sehr großer Tauchsieder“, erklärt Uwe Weber. Bereichsleiter Eigenerzeugung der Stadtwerke Lemgo. „Sie kann überschüssige Strommengen aus erneuerbaren Energien nutzen, um damit Wasser zu erhitzen, das als Fernheizwasser im Fernwärmenetz genutzt werden kann. Und die geplante Luft-Wärme-Pumpe wird noch größer ausfallen als die am Lemgoer Klärwerk – beide Anlagen werden zusammen jährlich 20 Gigawattstunden Wärme erzeugen, das sind 15 % des Lemgoer Wärmebedarfs".

Der große Wärmespeicher wird die erneuerbar erzeugte Wärme in Form von heißem Wasser speichern. Die Wärme wird er bei Bedarf ins Fernwärmenetz abgeben, ohne dass Pumpen dafür notwendig sind. Allein durch seine Höhe von ca. 50 Metern weist seine Wassersäule einen Druck von ca. 4,5 bar auf. Genug, um die Fernwärmeversorgung überall im Stadtgebiet mit dem richtigen Druck zu versehen. „Zukünftig wird der neue Großwärmespeicher das zentrale Regelelement für das gesamte Fernwärmenetz sein“, berichtet Uwe Weber. „Über diesen Speicher wird die bedarfsgerechte Steuerung der gesamten Wärmeeinspeisung in das zentrale Fernwärmenetz Lemgos vorgenommen. Und da der Wärmespeicher keinen Strom für seinen Betrieb benötigt, ist unsere Wärmeversorgung selbst bei einem Stromausfall betriebssicher.“

Im Spätherbst dieses Jahres soll der Baubeginn für die Fundamente des Wärmespeichers und das Betriebsgebäude erfolgen. Die Errichtung des Speichers und der technischen Anlagen sind für Mai 2025 vorgesehen, sodass Ende 2026 die Inbetriebnahme erfolgen kann. Und die Pläne der Stadtwerke reichen noch weiter: Sie planen noch eine zusätzliche Holzkesselanlage, die Holz aus Landschaftspflege und Kompost in Holzgas wandeln kann. Auch diese Anlage wird voraussichtlich in Lieme platziert, sodass der Wärmespeicher auch die Wärme, die mithilfe dieser Anlage erzeugt wird, speichern kann.

„Der neue Speicher wird aufgrund seiner Abmessungen zwar eine weithin sichtbare Landmarke darstellen – allerdings weit außerhalb des historischen Stadtkerns am Industriegebiet in Lieme“, so Matthias Sasse. „Insgesamt werden wir mit den neuen Anlagen auf dem Weg zur CO2-neutralen Wärmeerzeugung unserer Stadt einen großen Schritt vorankommen. Mit unserem Transformationsplan haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um die ambitionierten Ziele des Lemgoer Klimaschutzkonzeptes bestmöglich zu erreichen.“

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